LEGIO XIIII GEMINA

Römer im Saarland

Nero Claudius Drusus (* 14. Januar 38 v. Chr.; † 14. September 9 v. Chr.)

Die Anfänge

Unser Betrachtungshorizont erstreckt sich im wesentlichen auf die "Mainzer Jahre" der Legio XIIII Gemina. Jedoch sind auch andere Einsatzorte ausreichend gewürdigt.

Die Vierzehnte ist eine der 28 augusteischen Legionen und wird durch Gaius Iulius Caesar gegründet. In den Folgejahren der Entscheidungsschlacht von Actium stellt sie der Princeps als sogenannte Zwillingslegion neu auf. Dies geschieht wahrscheinlich Mitte der zwanziger Jahre des ersten vorchristlichen Jahrhunderts und zwar durch die Zusammenführung eigener Truppenkörper mit einigen Verbänden, die unter Marcus Antonius gekämpft haben.

Ihr heraldisches Erkennungszeichen ist der "capricornus", ein Steinbock, der oftmals mit einer Schwanzflosse dargestellt wird.

In Gallien hält sich unsere Einheit bereits während der Eroberungskriege Caesars auf und wird dort um 57 v. Chr. literarisch erwähnt.

Unter dem berühmten Prokonsul Marcus Valerius Messalla Corvinus dient die Vierzehnte im Jahre 28. v. Chr. in Aquitanien (Bretagne), wo sie auch bis etwa 15 v. Chr. bleibt.

 

Verlegung nach Mainz

Unmittelbar danach wird sie aus strategischen Gründen an den Rhein verlegt und gelangt so nach Mogontiacum.

Einsätze

Demnach nimmt sie höchstwahrscheinlich vom Doppellegions- Castrum auf dem Kästrich ausgehend, zusammen mit der Legio XVI an der Großoffensive uner dem Legatus Augusti pro praetore Drusus Maior gegen die Chatten teil.

(12 bis 9 v. Chr.)

 

Drusus- Kenotaph in Mainz.

Rekonstruktionsvorschlag für das prachtvolle Leergrab des Feldherrn und Stiefsohn des Kaisers Augustus. (Mainz)

Heutiger Zustand des Leergrabes ("Eichelstein")

Die Vorstöße nach Germanien kommen nach dem Tod des berühmten Augustus- Stiefsohnes 9. v. Chr. zunächst zum Erliegen.

In dankbarer Erinnerung errichten ihm seine Soldaten in Mainz ein prachtvolles,

monumentales Leergrab (Kenotaph). Ihm zu Ehren finden seit jener Zeit alljährlich Leichenfestspiele in Mainz statt. Augustus empfängt den Leichnahm seines Legaten in Rom und hält persönlich die Grabrede für Drusus.

 

Italische und peregrine Soldaten der augusteischen Zeit: Schwerer Infanterist,Centvrio, Legionär, Optio, Tesserarivs, kretischer Bogenschütze, leichter Infanterist (Plänkler)

Als 9 nach Christus die furchtbare Nachricht der clades variana (Schlacht im Teutoburger Wald) in Mogontiacum eintrifft, unternimmt die 14. Legion zusammen mit einer anderen Einheit Eilmärsche Richtung Nordwestdeutschland. Geführt wird sie von Lucius Nonius Asprenas, einem Neffen des Varus. Ihm gelingt es zwar noch, aufständische Germanenstämme im Kölner Raum zu befrieden, für Varus und seine drei Legionen kommt jedoch jede Hilfe zu spät.

Literarisch spektakulär wird unsere Legion unmittelbar nach dem Tod des Augustus greifbar. Sie verweigert zunächst den Treueeid auf den neuen Kaiser Tiberius. Zumindest berichtet dies Tacitus in seinen Annalen (1,37).

 

flavischer Legionär um 80 n. Chr.

Verlegung nach Britannien und Ehrung

43 n. Chr. setzt sich die Vierzehnte schließlich Richtung Britannien in Marsch, wo Kaiser Claudius sie zur Eroberung der Insel benötigt. Schließlich gelingt es ihr dort im Jahre 62 n. Chr. den Boudicca- Aufstand blutig niederzuschlagen. Sie erhält den ehrenden Beinamen "martia victrix", also siegreiche, dem Kriegsgott Mars geweihte Legion.

Heimkehr

Nach 25 jähriger Abwesenheit treffen wir unsere Einheit nun ca. 69 n.Chr. wieder in Mainz, wo sie mit Sicherheit als eine der Lieblingseinheiten des legendären Drusus, dessen gewaltigen Kenotaph (Leergrab) an der heutigen Zitadelle restauriert, pflegt und ehrt. Im Aufstand des Statthalters Lucius Antonius Saturninus unterstützt die Vierzehnte jedoch die falsche Seite. Saturninus wird durch seine Soldaten kurzerhand zum Imperator proklamiert. Dieser Affront gegen Kaiser Domitian trägt sich im Jahre 89 n. Chr. zu.

 

Historiengemälde:

Boudicca- Aufstand

Truppen des proprätorischen Legaten aus der Provincia Germania Inferior (etwa Nordwestdeutschland) schlagen den Aufstand nieder, noch bevor Domitian mit seinen Prätorianern aus Rom eintrifft. Obwohl der Statthalter aus dem Nordwesten noch versucht, Schreiben, die Saturninus belasten, zu vernichten, werden fast alle Offiziere unserer Einheit auf Befehl des Kaisers liquidiert.

Verlegung nach Panonien- die Dakerkriege

Sehr dürftig sind dann die weiteren Informationen, die wir über unsere Legion erhalten. Noch unter Domitian (ca. 92 n. Chr.) wird die Einheit in die Provincia Panonia, also im Wesentlichen das westliche Ungarn, sowie Slowenien und Wien, verlegt. Später nimmt sie mit drei weiteren Legionen an den zwei Dakerkriegen Trajans teil (Darstellung auf dessen Ehrensäule in Rom). Dort wird sie in einer Art Guerillakrieg in den Karpaten mehrfach angegriffen. Römische Pioniere errichten dort 105 n. Chr. eine Brücke von einem Kilometer Länge über die Donau. Sie ersticken mit einer gewaltigen Armee von nunmehr 11 Legionen (!!!!) jeden Widerstand. Die Vierzehnte tut sich hierbei durch besondere Tapferkeit und Zähigkeit hervor. Über 300 Jahre behält sie das Standlager in Carnuntum bei Wien.

 

Seit Ende des dritten Jahrhunderts stets zur Defensive gezwungen, bricht die Donaugrenze unter dem mächtigen Ansturm der Hunnen 430 n. Chr. zusammen. Bis hierhin reichen die Informationen über unsere 14. Legion. Immerhin kann sie sich noch geordnet zurückziehen. Mangelnde Waffentechnik und Ausstattung bewirken jedoch schließlich die Auflösung der personell geschwächten Einheit.

Die sog. Tetrarchen vom Markus-Dom in Venedig, um 300 n. Chr. (Diokletian, Maximinian, Galerius und Constantius I